AchWas

Privatisierung ist nur Täuschung

Privatisation has never been about providing a cheaper, better service. It has always been about rich getting their hands on things we own.

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Das ist auf den Punkt gebracht und ist ja die langjährige Erfahrung, was bei der Privatisierung geschieht. Es ist höchst selten wirklich zu Gunsten des Konsumenten, oder wenn dann Preise wirklich billiger werden, sind die Produkte dafür schlechter. Bei der Privatisierung geht es also eigentlich nur um Steigerung von Umsatz, Gewinn und profitieren werden die Share Holder, doch die Konsumenten werden (wie so oft) mit angeblich tieferen Preisen – aber am Ende ist es Täuschung und vielleicht ja in vielen Fällen nur Betrug.

Und wenn dieses schon fast ideologische Bemühen auch noch im Bereich „Service public“ angewendet werden soll, ist die Katastrophe schon längst vorhersehbar. Doch es gibt noch immer Politiker, die das „Heil“ in der Privatisierung sehen, obwohl es unterdessen unzählige Beispiele gibt, wo die Nachteile ganz klar und überwiegend geworden sind. Lernbereitschaft ist da offenbar nicht vorhanden – Privatisierung ist also zu einer (politischen und wirtschaftlichen) Ideologie geworden.

Sie träumen weiter

Kürzlich habe ich von den Träumereien rund um selbstfahrende Züge geschrieben. Doch diese Phantasien gehen weiter – Argumente und Fakten, die gegen eine baldige Einführung sprechen, werden kaum zur Kenntnis genommen. Offenbar scheint jemand, der hin und wieder Zug fährt, genügend Spezialkenntnisse zu haben, um diese Träumerei als baldige Wirklichkeit zu wähnen. Doch der wirkliche reale Bahnbetrieb mit verschiedensten Klassen, Geschwindigkeiten, Infrastruktur, Systemen, Alter und Ausbaustand scheint man nicht wirklich zu kennen und extrapoliert seine „Erfahrungen“ mit der Märklin auf die Realität. Natürlich kann man sich in einem isolierten System (U-Bahn zum Beispiel) mit normierten Strecken, Einrichtungen, Haltestellen und Fahrzeugen ein solcher automatischer Betrieb vorstellen – und es existieren da ja auch Beispiele. Aber wie gesagt, im normalen Gemischtbetrieb auf dem realen heutigen Netz ist die Einführung totale Phantasie.

Und auch die grundsätzliche Frage wurde noch nie beantwortet: Wieso soll denn der Lokführer wegrationalisiert werden? Gerade wurde eben gross kritisiert, wie die Bahnen beim Personal zu stark eingespart hätten und es folgen Forderungen, dass Züge wieder begleitet werden sollten. Aber gleichzeitig will man den Lokführer weg haben? So schizophren kann man gar nicht sein.

Mountainbiker und Wanderer

Elektro-Mountainbikes könnten das nächste grosse Geschäft im Velohandel werden. Die Verkaufszahlen steigen massiv und rücken den altbekannten Konflikt zwischen Wanderern und Bikern wieder in den Vordergrund.

Quelle

Es gibt überall immer weniger Platz – in den Städten, in den Zügen, auf den Autobahnen – und jetzt auch noch auf den Wanderwegen. Die Natur verkommt immer mehr als Plattform für die Spassgesellschaft und wenn verschiedenen Gruppen genau das gleiche Terrain oder die selben Wege beanspruchen, sind die Konflikte nicht weit.

Zwar wird so schön immer wieder an die Toleranz und Rücksichtnahme appelliert. Aber es geht immer um die Toleranz und die Rücksicht der anderen, die eingefordert wird. Selber nimmt man sich das Recht heraus – und das Recht des Stärkeren liegt nun einmal bei den Bikern. Wie oft habe ich mich schon auf Wanderungen erschreckt, wenn plötzlich die Stahlrösser mit hohem Tempo auf schmalem Weg herunter gefahren sind und man oft nur kurze Zeit hatte, Platz zu machen – aus eigenem Interesse. Toleranz und Rücksichtnahme? Ja klar.

Es wird leider wieder zu viele rücksichtslose Biker und jetzt auch noch E-Biker geben, die dann bewirken, dass neue Regelungen und Vorschriften erlassen werden müssen. Wer und wie das kontrolliert werden kann, ist dann wieder eine ganz andere Frage.

Früher war nicht alles besser – aber einiges schon.

Müll selber entsorgen

Müllentsorgung

Die Befürworter der Pro-Service-public-Initiative wollen unter anderem weniger «dreckige Züge».
Quelle

Müllentsorgung
Müllentsorgung

Ja klar, der „Service-public“ macht all diesen Dreck und soll in per Initiative gefälligst auch wegräumen. Ähnliches wird ja auch in Bezug auf „dreckige Toiletten“ gefordert – als wäre es die SBB, die die Toiletten in einen Saustall verwandeln – manchmal kommt einem beim Betreten wirklich die Kotze hoch. Wie bescheuert ist das denn! Wenn Leute die Züge als Abfallhalde missbrauchen und immer mehr liegen lassen (laut dem Artikel), ist es sicher nicht die prioritäre Aufgabe der Bahnunternehmen, all diesen Müll zu entsorgen. Und diese Forderung sogar mit dem Initiativtext zu verbinden, ist schlicht absurd.

Führerlose Züge – eher nicht

In der letzten Zeit taucht immer mal wieder die Frage nach führerlosen Zügen auf – auf Lokführer will man also in Zukunft verzichten und die Züge per Computer, Software und Fernsteuerung fahren lassen. Als Argument kommt sehr oft, dass es ja führerlose Autos gäbe und das also für die Bahn auch machbar sei. Ich sehe das als sehr unrealistisch an. Ein paar Gründe dazu:

Dosto Bombardier SBB
Dosto Bombardier SBB

Man vergleiche doch einmal Auto und Zug:

  • Auto: 4.5 m lang, 4 Personen, 1.5 t,  vmax 40 km/h
  • Zug: 4000 m lang, 1000 Passagiere, 400 t, vmax 200 km/h oder mehr

Die Bremswege sind total verschieden. Beim Zug gibt es viele Parameter und Störeinflüsse: Verschiedene Längen und Gewichte der Züge, Strecken und Trassen, Witterung, Haltestellen. Dann herrscht Gemischtverkehr mit Güter- und Personenverkehr. Die unterschiedliche Klassen der Züge ist ein weiterer Punkt: ICE, Intercity, Interregio, Regio, S-Bahn.

Bei einer Insel-Lösung wie U-Bahn kann ich mir eine Entwicklung vorstellen: Exklusive Gleisanlage (also nur für diese Züge), ohne irgend welche Kreuzungen, standardisiertes Material, standardisierte Haltestellen. Der finanzielle Aufwand für eine solche Investition ist aber kaum vorstellbar – und in der Schweiz gibts keinen Platz mehr für ein eigenes automatisches Eisenbahnnetz.

Und noch viel wichtiger wäre auch die Grundsatzfrage: Warum Lokführer wegrationalisieren? Alle Lokführer, die ich kenne, sind begeistert von ihrem Beruf.

Angebliche Alternativen zum Swisspass

Swisspass
Swisspass
swisspass

Nachdem so langsam aber sicher klar wird, dass der Swisspass eine Fehlentwicklung ist, gehen verschiedene ÖV Partner eigene Wege und entwickeln App’s für Smartphones. Die BLS hat so ein Projekt gestartet, die RhB macht etwas anderes und weitere Ansätze gehen in die gleiche Richtung (zB. Postauto). Auch die SBB selber ist an der Entwicklung des „elektronischen Tickets“ mehr als interessiert. Aber einmal mehr geht es weniger um Komfort der Kunden, sondern um eigene Interessen.

Aber alle diese alternativen Versuche sind nicht wirklich gut zu heissen, alle kranken an genau den selben zwei Punkten:

  • Datenschutz: Es werden Bewegungsdaten erfasst – wo der Kunde ein- und wo er wieder ausgestiegen ist. Damit sind problemlos Bewegungsprofile erstellbar. Einmal entstandene Daten werden nie mehr gelöscht und wecken Begehrlichkeiten. Diese Tendenz muss vom Datenschutz dringend unterbunden werden.
  • Konsumentenschutz: Als Konsument will ich vor der Reise wissen, was mich das kostet und nicht viel später dann auf der Abrechnung der Kreditkarte (eine weitere Datenverknüpfung dazu)

Warum das Tarifsystem geändert werden soll, ist bisher kaum kommuniziert werden. Das einzige Argument, das bisherige sei nicht mehr „zeitgemäss“ ist mehr als fragwürdig. Neu bedeutet nämlich nicht einfach „besser“ – hier ist genau das Gegenteil der Fall. Die ungelösten Fragen in Bezug auf Daten- und Konsumentenschutz werden diese Projekte hoffentlich zum stoppen bringen.

Die Verbindung im Zug

Auf dem Blog „Konsumhelden“ wurde ein Beitrag zur Problematik des Mobiltelefonempfangs in den Zügen veröffentlicht. Leider wird das aber sehr kurz abgehandelt, die technischen Details fehlen fast ganz und die Informationen sind sehr dürftig. Ich habe darum dort auch den folgenden Kommentar hinterlassen:

Schade wird hier nicht etwas ausführlicher, vor allem auch über die technischen Schwierigkeiten informiert. Das Problem de Faradayschen Käfig ist beim Direktempfang vom einzelnen Mobiltelefon ab der Antenne ein Problem (je nach Wagentyp aber verschieden). Bei einem eingebauten Repeater fällt das nicht ins Gewicht. Interessiert hätte auch die Strahlenbelastung, aber auch, warum man auf Repeater und nicht auf Wlan setzt. Dann wäre auch interessant gewesen, die die drei Mobilanbieter die Problematik zusammen mit der SBB angehen wollen.

Kleine Renovation

Die kleine Renovation des Blogs ist jetzt abgeschlossen:

  1. Neues Design „LeftSide“ installiert – ist responsive
  2. Mit Custom CSS Erweiterungen und Änderungen eingefügt, die beim Update von Core oder Theme so nicht verloren gehen
  3. Ein paar Anpassungen im CSS für die mobile Ansicht
  4. Zugriff des Blogs auf dem Wurzelverzeichnis http://achwas.me
  5. Beiträge vom Blog notiz.tk importiert, der nicht weitergeführt wird
  6. Weitere kleine Optimierungen

Die selben Themen

In der Zwischenzeit habe ich bei Twitter immer mal wieder rein gesehen und die berühmten Tags #sbbservicescout und jetzt auch #swisspass verfolgt. Es ist schon interessant, was da hin und wieder geschrieben wird. Dazu merke ich immer wieder auch, wie sehr ich „zwischen den Fronten“ geraten bin. In Sache „Swisspass“ bin ich ein unerschütterlicher Kritiker. Umgekehrt wehre ich mich gegen das tägliche Bashing und das total überdrehte Kommentieren von Pannen und Störungen. Diese sind in diesem hochkomplexen Betrieb der SBB auch einfach mit dabei – keine Technik funktioniert zu 100% und bei dieser hohen Fahrplandichte ergibt sich aus einem kleinen Anlass manchmal eine grössere Störung. Das technische Verständnis der Motzer scheint nicht gerade gross zu sein und – wie schon so oft geschrieben – verwechseln viele den realen Bahnbetrieb mit ihrer Märklin zu Hause.

Geht gut

Bis jetzt habe ich eigentlich noch gar keine Entzugserscheinungen festgestellt, nach dem ich ich, wie beschrieben, den Tag #sbbservicescout auf Twitter nicht mehr verfolge. Hin und wieder taucht das Thema Bahn oder SBB in meiner sehr bescheidenen Timeline von Twitter auf und manchmal schreibe ich ja dazu etwas, aber das reicht eigentlich völlig aus. Auf ganz viele Reaktionen unter dem Tag lohnt es sich wirklich gar nicht, zu reagieren und das zeitliche Engagement ist mir echt zu schade – ich bin ja kein Scout und habe auch kein GA beschenkt bekommen… Das einzige: Das Thema wäre an sich ja interessant und es wäre sicher spannend, dieses Thema mit kompetenten Leuten zu diskutieren – soweit das überhaupt via Twitter geht. Ja dann halt.

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