Schlagwort: ÖV

Müll selber entsorgen

Die Befürworter der Pro-Service-public-Initiative wollen unter anderem weniger «dreckige Züge».
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Ja klar, der „Service-public“ macht all diesen Dreck und soll in per Initiative gefälligst auch wegräumen. Ähnliches wird ja auch in Bezug auf „dreckige Toiletten“ gefordert – als wäre es die SBB, die die Toiletten in einen Saustall verwandeln – manchmal kommt einem beim Betreten wirklich die Kotze hoch. Wie bescheuert ist das denn! Wenn Leute die Züge als Abfallhalde missbrauchen und immer mehr liegen lassen (laut dem Artikel), ist es sicher nicht die prioritäre Aufgabe der Bahnunternehmen, all diesen Müll zu entsorgen. Und diese Forderung sogar mit dem Initiativtext zu verbinden, ist schlicht absurd.

SwissPass ist ein Flop

SwissPass ist der Name der öV-Karte, die am 1. August 2015 eingeführt wird.

Ohne die Kunden zu befragen, werden GA und Halbpreis-Abo also durch diese elektronische Karte ersetzt. Dabei zeigen sich schon in der Beischreibung viele Mängel, die darauf deuten, dass man nicht wirklich grundlegend geplant hat, sondern eher eine PR-Aktion lanciert hat.

1. Schon der Name SwissPass ist völlig deplatziert. Wieder so eine pseudo-englischer Begriff, der mehr zu Verwechslung statt für Klarheit sorgt.

2. Die Karte wird beim Ablauf automatisch erneuert. Der Kunde wird zwar vorher darüber per Brief orientiert, dass die Gültigkeit zum Ende kommt. Aber es ist der Kunde, der reagieren muss. Solche „Knebelverträge“ machen auch alle anderen Abzocker. Dass die SBB und alle ÖV-Anbieter die selbe Masche bedienen, ist mehr als ärgerlich.

3. Das Zugpersonal muss bei der Kontrolle jede Karte in den Scanner stecken, um die Gültigkeit zu prüfen. Vorher reichte bei der Kontrolle eines GA’s ein kurzer Blick – das dauerte wohl keine zwei Sekunden. Nun muss jede Karte eingelesen werden und anhand der Datenbank überprüft werden, ob die Karte wirklich gültig ist. Diese Wartezeit wird bei der Kontrolle eines ganzen Zuges wohl fast ins unendliche wachsen. Die Zugbegleiter haben dementsprechend jedenfalls schon ihre Kritik geäussert.

4. Der Datenschutz ist nicht mehr gewährleistet. Jetzt wird gespeichert, wer wann in welchem Zug unterwegs war. So können Bewegungsprofile erstellt werden. Es wird zwar gesagt, die Karte enthalte keine Elemente für die Ortung. Aber Datenschutz ist selbstverständlich mehr, als die Verhinderung der Ortung. Beim Datenschutz geht es um die Verknüpfung von Daten – und hier ist dieses Kriterium des Schutzes des Kunden nicht erfüllt. Warum der eidg. Datenschutz grünes Licht für diese Karte gegeben hat, ist mir mehr als schleierhaft.

5. Die Karte ist mit RFID Technologie ausgestattet und es wird betont, es wäre nur der erste Schritt für weitere Neuerungen. Da ist wohl klar, in welche Richtung es gehen wird: Das automatische Billett. Beim Ein- und Aussteigen wird der Kunde erfasst und er bekommt dann für die gefahrenen Strecken Ende Monat eine Rechnung. Da ist dann der Datenschutz definitiv nicht mehr gewährleistet. Ein solches Projekt gab es vor ein paar Jahren schon, musste aber aus Datenschutzgründen beerdigt werden. Jetzt macht man wohl eher auf Salamitaktik und wird nur langsam dieses automatische Billett so einführen wollen.

Es ist schon mehr als stossend, dass diese Karte ohne Kundenbefragung und ohne Alternative eingeführt wird. Da kommt man sich wirklich nicht mehr als Kunde, sondern nur noch als Manipuliermasse vor.