Kategorie: Gesellschaft

Privatisierung ist nur Täuschung

Privatisation has never been about providing a cheaper, better service. It has always been about rich getting their hands on things we own.

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Das ist auf den Punkt gebracht und ist ja die langjährige Erfahrung, was bei der Privatisierung geschieht. Es ist höchst selten wirklich zu Gunsten des Konsumenten, oder wenn dann Preise wirklich billiger werden, sind die Produkte dafür schlechter. Bei der Privatisierung geht es also eigentlich nur um Steigerung von Umsatz, Gewinn und profitieren werden die Share Holder, doch die Konsumenten werden (wie so oft) mit angeblich tieferen Preisen – aber am Ende ist es Täuschung und vielleicht ja in vielen Fällen nur Betrug.

Und wenn dieses schon fast ideologische Bemühen auch noch im Bereich „Service public“ angewendet werden soll, ist die Katastrophe schon längst vorhersehbar. Doch es gibt noch immer Politiker, die das „Heil“ in der Privatisierung sehen, obwohl es unterdessen unzählige Beispiele gibt, wo die Nachteile ganz klar und überwiegend geworden sind. Lernbereitschaft ist da offenbar nicht vorhanden – Privatisierung ist also zu einer (politischen und wirtschaftlichen) Ideologie geworden.

Mountainbiker und Wanderer

Elektro-Mountainbikes könnten das nächste grosse Geschäft im Velohandel werden. Die Verkaufszahlen steigen massiv und rücken den altbekannten Konflikt zwischen Wanderern und Bikern wieder in den Vordergrund.

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Es gibt überall immer weniger Platz – in den Städten, in den Zügen, auf den Autobahnen – und jetzt auch noch auf den Wanderwegen. Die Natur verkommt immer mehr als Plattform für die Spassgesellschaft und wenn verschiedenen Gruppen genau das gleiche Terrain oder die selben Wege beanspruchen, sind die Konflikte nicht weit.

Zwar wird so schön immer wieder an die Toleranz und Rücksichtnahme appelliert. Aber es geht immer um die Toleranz und die Rücksicht der anderen, die eingefordert wird. Selber nimmt man sich das Recht heraus – und das Recht des Stärkeren liegt nun einmal bei den Bikern. Wie oft habe ich mich schon auf Wanderungen erschreckt, wenn plötzlich die Stahlrösser mit hohem Tempo auf schmalem Weg herunter gefahren sind und man oft nur kurze Zeit hatte, Platz zu machen – aus eigenem Interesse. Toleranz und Rücksichtnahme? Ja klar.

Es wird leider wieder zu viele rücksichtslose Biker und jetzt auch noch E-Biker geben, die dann bewirken, dass neue Regelungen und Vorschriften erlassen werden müssen. Wer und wie das kontrolliert werden kann, ist dann wieder eine ganz andere Frage.

Früher war nicht alles besser – aber einiges schon.

Verantwortungslos

15’000 Gebäude verlieren Schutz – Der Grosse Rat lockert den Denkmalschutz: Von den 36’000 Objekten, die heute im kantonalen Bauinventar sind, könnten rund 40 Prozent herausgestrichen werden.
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Das reine Renditedenken und der Mammon haben einmal mehr gesiegt. 15’000 – in Worten 15 Tausend Gebäude werden also nicht mehr als schützenswürdig erachtet und dürfen umgebaut oder abgerissen werden. So etwas ist schlicht verantwortungslos – so geht man mit dem kulturellen Erbe einfach nicht um. Natürlich gab es bei Umbauten öfters auch Differenzen mit der Denkmalpflege – die hat man aber meistens mit einem Kompromiss lösen können. Aber jetzt werden einfach 15’000 gestrichen. Diese Überheblichkeit gegenüber unseren Vorfahren ist schlicht skandalös – aber sie trifft den Zeitgeist genau: Da zählt nur noch die Rendite, Verantwortung gegenüber der Vergangenheit und auch der Zukunft gibts keine mehr – nur äusserst kurzfristiges egoistisches Denken und Handeln.

Das Leben ist ein Video

– Video mit Islamist aufgetaucht
– Ein neues Video zeigt die chaotische Situation
– Video zeigt Attentäter auf der Flucht

Es ist für mich immer wieder erstaunlich oder vielmehr unglaublich, dass in solch dramatischen Situationen immer noch einer oder eine Zeit und Nerven hat, eine Video zu drehen und das dann fast schon zeitnah den Online-Medien zur Verfügung zu stellen. Das Leben scheint heute nur noch die Aneinanderreihung von Videos zu sein, das man dann auf einer Plattform abrufen kann. Mich dünkt das widerlich und abstossend zugleich. Aber das ist offenbar die Medienwelt heute, mit der ich immer weniger anfangen kann – ich habe es hier schon öfters geschrieben.

 

Jahr der Jubiläen

Das nun schon zwei Tage alte 2015 wird uns als „Jahr der Jubiläen“ angekündigt. Offenbar stehen ganz viel solcher Rückblicke in diesem Jahr auf all den Event-Programmen von Bund, Kantonen und Gemeinden – Marignano, Sempach, 2. Weltkrieg. Auch unzählige Jubiläen von Vereinen und Organisationen werden für das 2015 angesagt. Ja schön und gut – nur doch noch eine Frage: Wir bei allen diesen Rückblicken in die Vergangenheit nicht die Gegenwart und vor allem die Zukunft ausgeblendet? An diesen Punkten wäre das Engagement und das Nachdenken doch viel wichtiger, als sich für Vergangenes auf die Schultern zu klopfen oder alte Geschichte von damals aufzuwärmen, wo ja bekanntlich alles viel, viel besser war? Wenn wenigstens aus der Geschichte etwas gelernt würde – aber die Erfahrung zeigt, dass es eben sehr oft, oder besser, zu oft nicht der Fall ist. Jede Generation scheint die selben Fehler immer und immer wieder machen zu wollen. Das nennt sich dann „Fortschritt“.

Noch ein Unsinn mehr

Ein Spaziergang auf 3000 Metern von Bergspitze zu Bergspitze hört sich für viele nach einem mutigen Abenteuer an. Doch schwindelfrei müssen die Besucher des Peak Walks grundsätzlich nicht sein, versichert Claudia von Siebethal vom Glacier 3000. Quelle

Einmal mehr hatten Touristiker die Idee, man müsse die Bergwelt möblieren zu zusätzliche „Attraktivität“ installieren. Und dann muss es natürlich auch noch einen pseudo-englische Bezeichung tragen. Aber eben, unsere Spassgesellschaft verlangt so etwas offenbar. Dabei wird der Bezug zur Natur immer mehr verwischt – die Bergwelt wirkt doch ganz alleine für sich, dazu braucht es wirklich keine künstlichen Installationen. Aber was will man sagen – kritische Anmerkungen in diesem Beitrag in den Kommentaren werden mehrheitlich mit dem „Daumen nach unten“ beurteilt. Somit ist die Entfremdung von der Natur nur noch deutlicher sichtbar.

UBS-Aktie schiesst um über 7 Prozent in die Höhe

Gerüchte über eine radikale Verkleinerung der Investmentbank der UBS haben den Aktienkurs beflügelt. Der Titel lag bei Börsenschluss am Montag um 7,3 Prozent höher als am Freitag.

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Ein überaus „schönes“ Beispiel dafür, wie völlig pervers unser Finanzsystem geworden ist. Die Ankündigung oder mindestens das Gerücht, dass bis zu 10’000 Stellen gestrichen werden, treibt die Aktie 7,3 Prozent in die Höhe. Noch einmal: So etwas ist schlicht pervers.

Warum gehen Menschen über ihre Grenzen hinaus?

«Es reicht heute nicht mehr aus, ein Kind zu zeugen, ein Haus zu bauen, einen Baum zu pflanzen – der moderne Mensch hält sich offensichtlich erst dann für wertvoll, wenn er allein die Welt umsegelt oder den Mount Everest bezwungen hat.»

via Warum gehen Menschen über ihre Grenzen hinaus?

Ja warum? Ich habe mir diese Frage öfters auch schon gestellt. Es hat wohl auch mit unserer Zeit zu tun – immer mehr, immer grösser, immer weiter, immer schneller – die e-Funktion scheint uns Menschen im Beruf und im Privaten zu verfolgen – es muss immer alles eine Steigerung enthalten, sonst gilt es nichts mehr – vor sich selber, vor den Nachbarn, vor den Kollegen. Selbstverständlich sind Grenzen manchmal auch anzugehen und der Versuch, diese zu sprengen – auch das schient menschlich zu sein. Aber trotzdem – nicht immer sind solche Versuche auch wirklich erfolgreich. Konnte man nicht vor einziger Zeit lesen, dass im Hobby-Bereich des Sportes immer mehr Unfälle und Verletzungen festzustellen sind. Kann das Sinn machen? Ich weiss nicht – auch hier wäre wohl wichtig, die andere Seite des Pendels, die Entschleunigung nicht aus den Augen zu verlieren.

Wanderer und Kühe

Friedliche Kühe? Von wegen! Im Juli wurden zwei Frauen auf Alpweiden von Kühen angegriffen. Schuld daran waren aber Hunde, die sie erschreckt hatten. Ein Leinenzwang soll diese Gefahren jetzt bannen.

via 20minuten

Wie so oft, das ist jetzt aber sehr kurz und vor allem überhaupt nicht umfassend nachgedacht.

1. Gibt es auf jedem Bauernhof meistens einen Hund. Kühe sind also mehr oder weniger an Hunde gewöhnt. Warum jetzt plötzlich der Hund allein das Problem sein soll, kann so nicht sein.

2. Es gibt andere Störungen auf den Weiden: Von den Bikern ist überhaupt nicht die Rede. Da kann ich mir sehr gut vorstellen, dass Herden plötzlich überrascht und erschreckt werden und dann mit der Zeit aggressiv auf weitere Störungen reagieren.

3. Warum werden eigentlich auf offiziellen Wanderwegen solche Weiden mit Mutterkühen eingerichtet? Es gibt ja genügend gutes Weidezaun Material heute, um die Wanderwege von den weidenden Kühen abzutrennen und damit diesen Konflikt zu lösen.

Es ist offenbar wie so oft beobachtet: Alle reagieren rein egoistisch – immer der andere hat sich gefälligst anzupassen. Der Bauer beharrt darauf, seine Kühe auf seinem Land überall frei weiden zu lassen, auch wenn darüber ein offizieller Wanderweg verläuft. Biker wollen überall auch durchbrausen können und nehmen sehr oft keine Rücksicht. Unverantwortliche Hundehalter sind sich der Probleme mit der Begegnung von Kuhherden nicht bewusst und beaufsichtigen ihre Vierbeiner zu wenig. Eben, es mach jeder, wie er will ohne auch an die anderen zu denken. So sind Konflikte natürlich programmiert.

Lawinengefahr

Erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3)

Die Gefahrenstellen liegen an Steilhängen aller Expositionen. Am Alpennordhang, im Wallis und im Gotthardgebiet liegen sie vor allem oberhalb von etwa 1800 m, in den übrigen Gebieten oberhalb von rund 2000 m. In allen Gebieten dieser Gefahrenstufe sind spontane Lawinen möglich. Diese können vor allem im Wallis, am westlichen Alpennordhang und im Gotthardgebiet mittlere, vereinzelt auch grosse Ausmasse annehmen. Exponierte Teile von Verkehrswegen können weiterhin gefährdet sein. Weiter im Osten sind die spontanen Lawinen eher klein bis mittel. Im Engadin und in den Bündner Südtälern sind kaum spontane Lawinen zu erwarten.
In allen Gebieten dieser Gefahrenstufe können einzelne Wintersportler Lawinen auslösen. Die Situation ist sehr heikel und abseits der gesicherten Pisten ist grosse Erfahrung in der Beurteilung der Lawinengefahr nötig.

via SLF

Vor ein, zwei Wochen hat vor allem die Tourismusbranche laut geklagt, dass der Winter nicht Einzug halten wolle und dass viel zu wenig Schnee liege. Es wurde schon von einem Fehlstart der Wintersaison geschrieben und auch das Weihnachtsgeschäft stand in Gefahr. Die unzähligen Schneekanonen halfen nichts, weil die Temperaturen zu hoch waren. Und jetzt, ein paar Tage später, muss schon wieder auf die Lawinengefahr aufmerksam gemacht und vor Ausflügen „abseits der gesicherten Pisten“ gewarnt werden. Tja, so ist das Wetter halt – irgendwie fast schon tröstlich, dass es doch noch Bereiche gibt, wo der Mensch mit seinem ewigen Machertum und dem Irrglauben, alles im Griff zu haben, nichts bewirken kann.

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