Kategorie: ÖV

Sie träumen weiter

Kürzlich habe ich von den Träumereien rund um selbstfahrende Züge geschrieben. Doch diese Phantasien gehen weiter – Argumente und Fakten, die gegen eine baldige Einführung sprechen, werden kaum zur Kenntnis genommen. Offenbar scheint jemand, der hin und wieder Zug fährt, genügend Spezialkenntnisse zu haben, um diese Träumerei als baldige Wirklichkeit zu wähnen. Doch der wirkliche reale Bahnbetrieb mit verschiedensten Klassen, Geschwindigkeiten, Infrastruktur, Systemen, Alter und Ausbaustand scheint man nicht wirklich zu kennen und extrapoliert seine „Erfahrungen“ mit der Märklin auf die Realität. Natürlich kann man sich in einem isolierten System (U-Bahn zum Beispiel) mit normierten Strecken, Einrichtungen, Haltestellen und Fahrzeugen ein solcher automatischer Betrieb vorstellen – und es existieren da ja auch Beispiele. Aber wie gesagt, im normalen Gemischtbetrieb auf dem realen heutigen Netz ist die Einführung totale Phantasie.

Und auch die grundsätzliche Frage wurde noch nie beantwortet: Wieso soll denn der Lokführer wegrationalisiert werden? Gerade wurde eben gross kritisiert, wie die Bahnen beim Personal zu stark eingespart hätten und es folgen Forderungen, dass Züge wieder begleitet werden sollten. Aber gleichzeitig will man den Lokführer weg haben? So schizophren kann man gar nicht sein.

Sie träumen weiter

Kürzlich habe ich von den Träumereien rum um selbstfahrende Züge geschrieben. Doch diese Phantasien gehen weiter – Argumente und Fakten, die gegen eine baldige Einführung sprechen, werden kaum zur Kenntnis genommen. Offenbar scheint jemand, der hin und wieder Zug fährt, genügend Spezialkenntnisse zu haben, um diese Träumerei als baldige Wirklichkeit zu wähnen. Doch der wirkliche reale Bahnbetrieb mit verschiedensten Klassen, Geschwindigkeiten, Infrastruktur, Systemen, Alter und Ausbaustand scheint man nicht wirklich zu kennen und extrapoliert seine „Erfahrungen“ mit der Märklin auf die Realität. Natürlich kann man sich in einem isolierten System (U-Bahn zum Beispiel) mit normierten Strecken, Einrichtungen, Haltestellen und Fahrzeugen ein solcher automatischer Betrieb vorstellen – und es existieren da ja auch Beispiele. Aber wie gesagt, im normalen Gemischtbetrieb auf dem realen heutigen Netz ist die Einführung totale Phantasie.

Und auch die grundsätzliche Frage wurde noch nie beantwortet: Wieso soll denn der Lokführer wegrationalisiert werden? Gerade wurde eben gross kritisiert, wie die Bahnen beim Personal zu stark eingespart hätten und es folgen Forderungen, dass Züge wieder begleitet werden sollten. Aber gleichzeitig will man den Lokführer weg haben? So schizophren kann man gar nicht sein.

Source: notiz

WLAN im Zug

Momentan scheint das Thema „WLAN im Zug“ sehr in Mode zu sein – immer wieder wird verlangt, dass die SBB und andere Bahnunternehmen sowas gratis zur Verfügung stellen müssten. Diejenigen, die das fordern, haben offenbar wenig bis keine technische Kenntnisse – so einfach, wie im Postauto, geht es schlicht nicht. Die SBB hat entschieden, darauf zu verzichten und dafür Repeater einzusetzen, die den Empfang von 3G und 4G direkt mit dem Mobiltelefon ermöglicht. Die Begründung ist hier genauer beschrieben und ist auch nachvollziehbar. Ich bin längst nicht mit allen Dingen und mit jedem Service der SBB einverstanden, aber hier finde ich die Entscheidung richtig und das Gejammer über fehlendes WLAN in den sozialen Medien nervt gewaltig.

Source: notiz

Träumerei der selbstfahrenden Züge

Immer wieder trifft man auf Artikel und Meldungen iin den Sozialen Medien, die über die baldige Eiinführung von sogenannten führerlosen Zügen berichten. Ich halte diese Projekte noch immer für absolute Träumereien – wer den heutigen realen Bahnverkehr mit dem Mischbetrieb etwas kennt, kann nur den Kopf schütteln:

  • Vergleich mit selbstfahrenden Autos ist absurd – total verschiedene Verkehrssysteme
  • Vergleich mit selbstfahrender U-Bahn absurd – völlig geschlossenes System: Fahrzeuge, Infrastruktur, Haltestellen
  • Zug: 400 m lang, 400 to schwer, 1000 Passagiere, 200 km/h
  • Auto: 4 m lang, max 2 to schwer, 4 Passagiere
  • Gemischtverkehr: Personenzüge, Cargo, Bau- und Unterhalt
  • Verschiedenste Klassen (Intercity, ICN, Regio, S-Bahn, Sonderzüge ), Geschwindigkeiten, Tonnagen, Längen, Zugmaterial
  • Störungseinflüsse, Witterung
  • Haltestellen / Bahnhöfe nicht standardisiert – jeder ist anders
  • heute bestellte Züge sind für die nächsten 40 Jahre
  • Grundsatzfrage: Warum Lokführer weglassen?

Source: notiz

Führerlose Züge – eher nicht

In der letzten Zeit taucht immer mal wieder die Frage nach führerlosen Zügen auf – auf Lokführer will man also in Zukunft verzichten und die Züge per Computer, Software und Fernsteuerung fahren lassen. Als Argument kommt sehr oft, dass es ja führerlose Autos gäbe und das also für die Bahn auch machbar sei. Ich sehe das als sehr unrealistisch an. Ein paar Gründe dazu:

Man vergleiche doch einmal Auto und Zug:

  • Auto: 4.5 m lang, 4 Personen, 1.5 t,  vmax 40 km/h
  • Zug: 4000 m lang, 1000 Passagiere, 400 t, vmax 200 km/h oder mehr

Die Bremswege sind total verschieden. Beim Zug gibt es viele Parameter und Störeinflüsse: Verschiedene Längen und Gewichte der Züge, Strecken und Trassen, Witterung, Haltestellen. Dann herrscht Gemischtverkehr mit Güter- und Personenverkehr. Die unterschiedliche Klassen der Züge ist ein weiterer Punkt: ICE, Intercity, Interregio, Regio, S-Bahn.

Bei einer Insel-Lösung wie U-Bahn kann ich mir eine Entwicklung vorstellen: Exklusive Gleisanlage (also nur für diese Züge), ohne irgend welche Kreuzungen, standardisiertes Material, standardisierte Haltestellen. Der finanzielle Aufwand für eine solche Investition ist aber kaum vorstellbar – und in der Schweiz gibts keinen Platz mehr für ein eigenes automatisches Eisenbahnnetz.

Und noch viel wichtiger wäre auch die Grundsatzfrage: Warum Lokführer wegrationalisieren? Alle Lokführer, die ich kenne, sind begeistert von ihrem Beruf.

Angebliche Alternativen zum Swisspass

Nachdem so langsam aber sicher klar wird, dass der Swisspass eine Fehlentwicklung ist, gehen verschiedene ÖV Partner eigene Wege und entwickeln App’s für Smartphones. Die BLS hat so ein Projekt gestartet, die RhB macht etwas anderes und weitere Ansätze gehen in die gleiche Richtung (zB. Postauto). Auch die SBB selber ist an der Entwicklung des „elektronischen Tickets“ mehr als interessiert. Aber einmal mehr geht es weniger um Komfort der Kunden, sondern um eigene Interessen.

Aber alle diese alternativen Versuche sind nicht wirklich gut zu heissen, alle kranken an genau den selben zwei Punkten:

  • Datenschutz: Es werden Bewegungsdaten erfasst – wo der Kunde ein- und wo er wieder ausgestiegen ist. Damit sind problemlos Bewegungsprofile erstellbar. Einmal entstandene Daten werden nie mehr gelöscht und wecken Begehrlichkeiten. Diese Tendenz muss vom Datenschutz dringend unterbunden werden.
  • Konsumentenschutz: Als Konsument will ich vor der Reise wissen, was mich das kostet und nicht viel später dann auf der Abrechnung der Kreditkarte (eine weitere Datenverknüpfung dazu)

Warum das Tarifsystem geändert werden soll, ist bisher kaum kommuniziert werden. Das einzige Argument, das bisherige sei nicht mehr „zeitgemäss“ ist mehr als fragwürdig. Neu bedeutet nämlich nicht einfach „besser“ – hier ist genau das Gegenteil der Fall. Die ungelösten Fragen in Bezug auf Daten- und Konsumentenschutz werden diese Projekte hoffentlich zum stoppen bringen.

Die Verbindung im Zug

Auf dem Blog „Konsumhelden“ wurde ein Beitrag zur Problematik des Mobiltelefonempfangs in den Zügen veröffentlicht. Leider wird das aber sehr kurz abgehandelt, die technischen Details fehlen fast ganz und die Informationen sind sehr dürftig. Ich habe darum dort auch den folgenden Kommentar hinterlassen:

Schade wird hier nicht etwas ausführlicher, vor allem auch über die technischen Schwierigkeiten informiert. Das Problem de Faradayschen Käfig ist beim Direktempfang vom einzelnen Mobiltelefon ab der Antenne ein Problem (je nach Wagentyp aber verschieden). Bei einem eingebauten Repeater fällt das nicht ins Gewicht. Interessiert hätte auch die Strahlenbelastung, aber auch, warum man auf Repeater und nicht auf Wlan setzt. Dann wäre auch interessant gewesen, die die drei Mobilanbieter die Problematik zusammen mit der SBB angehen wollen.

Die selben Themen

In der Zwischenzeit habe ich bei Twitter immer mal wieder rein gesehen und die berühmten Tags #sbbservicescout und jetzt auch #swisspass verfolgt. Es ist schon interessant, was da hin und wieder geschrieben wird. Dazu merke ich immer wieder auch, wie sehr ich „zwischen den Fronten“ geraten bin. In Sache „Swisspass“ bin ich ein unerschütterlicher Kritiker. Umgekehrt wehre ich mich gegen das tägliche Bashing und das total überdrehte Kommentieren von Pannen und Störungen. Diese sind in diesem hochkomplexen Betrieb der SBB auch einfach mit dabei – keine Technik funktioniert zu 100% und bei dieser hohen Fahrplandichte ergibt sich aus einem kleinen Anlass manchmal eine grössere Störung. Das technische Verständnis der Motzer scheint nicht gerade gross zu sein und – wie schon so oft geschrieben – verwechseln viele den realen Bahnbetrieb mit ihrer Märklin zu Hause.

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