Schlagwort: Zivilluftfahrt

Stewardessen sollen Co-Piloten ersetzen

Damit das Fliegen noch billiger wird, will Ryanair-Chef ­Michael O’Leary die Co-Piloten streichen. Notfalls könnten auch Stewardessen ein Flugzeug landen.

via 20 Minuten Online

So ein Quatsch – diese „Idee“ wird niemals die kleinste Chance haben. Aber eben, das ist ja heute auch ein PR-Konzept: Lauter Provokationen, damit man im Gespräch bleibt – und O’Leary hat es damit sogar auf meinen Blog geschafft.

Flugzeug gerät in Turbulenzen

Da habe ich gerade beim Tagesanzeiger eine Meldung aufgeschnappt.

Ein US-Verkehrsflugzeug ist am Dienstag auf dem Weg von London nach Los Angeles in schwere Turbulenzen geraten. Sechs Passagiere wurden verletzt, darunter auch eine schwangere Frau. Eine Person an Bord erlitt einen schweren Knochenbruch. Die Maschine der Fluggesellschaft United Airlines machte eine Notlandung in Montreal.
Quelle: Flugzeug gerät in Turbulenzen – tagesanzeiger.ch

Nun, sowas ist schlimm, vorallem für die verletzten Passagiere. Aber das war keine Notlandung, sondern höchstens eine ausserplanmässige Zwischenlandung. Es steht ja nichts davon, dass das Flugzeug nach diesen Turbulenzen irgendwelche Probleme hatte. Also liebe Journalisten, achtet doch bitte auf richtige Wortwahl.

Am Flughafen zum Zahnarzt

Die sogenannten Sicherheitsmassnahmen auf den Flughäfen werden zunehmend von Paranoia bestimmt – die folgende Kurzmeldung lässt aufhorchen:

Nacktscanner können alles zeigen – ausser Sprengstoff: In bestimmten Fällen bleiben Explosivstoffe unentdeckt. Eine weitere Schwachstelle könnte bedeuten, dass man am Flughafen bald den Mund aufmachen muss wie beim Zahnarzt.

Wie nicht anders zu erwarten war, die Nacktscanner tun also längst nicht das, zu was sie eingeführt werden sollen: Sie entdecken allfällig mitgeführten Sprengstoff nicht zuverlässig. Wie wurde die Einführung doch begründet: Zusätzlich Sicherheit – also stimmt das einfach nicht.

Die nächste Zumutung aber kommt auch schon: Nächstens sollen die sogenannten Sicherheitsleute uns also in den Mund schauen. Ich frage mich schon länger aber immer mehr: Wie lange lassen wir (die Passagiere) uns diese Zumutungen eigentlich noch gefallen. Irgend einmal muss doch Schluss sein.

Die vermeintliche Sicherheit

Jetzt werden wohl auf allen (?) Flughäfen die neuen und umstrittenen sogenannten Nacktscanner doch einfach eingeführt werden. Es gäbe aber eigentlich vor der Einführung noch so viele Fragen, aber zum Thema „Sicherheit“ gibts heute selten Überlegungen, da wird fast immer im Reflex gehandelt.

Mich würde nämlich zum Beispiel interessieren:

  1. Hat man schon getestet, ob der Sprengstoff, der da bei diesem US-Airbusflug an Bord geschmuggelt wurde, von einem solchen Scanner auch wirklich erkannt wird? Ich habe gelesen, dass der Sprengstoff nicht erkannt worden wäre…
  2. Wie (genau) hat man diesen Passagier Abdulmutallab kontrolliert?
  3. Hat Amsterdam nicht schon Nacktscanner? Wurde Abdulmutallab damit kontrolliert? Wenn ja, dann siehe Punkt 1.
  4. Was ist die Strahlenbelastung von einem solchen Scanner?
  5. Was sind die Auswirkungen auf Kinder, schwangere Frauen?
  6. Was ist mit den Vielfliegern?
  7. Was ist mit den Bildern? Werden die umgehend gelöscht oder doch aufbewahrt?

Aber eben, man wird bestimmt keine Antworten erhalten – das Vorgehen im Bereich der sogenannten Sicherheit ist seit 9/11 völlig irrational geworden. Eine neue Massnahme muss nur das Etikett „erhöhte Sicherheit“ tragen, dann wird sie durchgewunken, ohne dass weitere Fragen gestellt werden (dürfen). So irrational ist unsere Welt geworden. Aber es scheint, dass sich darüber (fast) niemand mehr wundert und ganz selten ist Kritik zu hören.

Scanner in ganz Europa – also doch

Der Scanner wird wohl bald eingeführt werden – zuerst in England, jetzt auch in Holland – und schon dann in ganz Europa – wie immer im totalem Gehorsam und Aktionismus:

Die Niederlande wollen an ihren Flughafen bald alle Reisenden mit Körperscannern kontrollieren. Gleichzeitig fordert die Regierung von der EU die europaweite Zulassung der Scanner.

Da wird es auch nicht lange gehen, bis die Schweiz mitzieht. Obwohl beim versuchten Anschlag auf den US-Airbus ziemlich sicher die bestehenden sogenannten Sicherheitsmassnahmen total versagt haben, werden sofort neue eingeführt – ein Schritt mehr zum Überwachungsstaat – und man hört fast keine Kritik – das grosse Achselzucken geht weiter – so nach dem Motto: Wer fliegt, ist selber schuld. Aber das ist etwas gar einfach.

Wir sollen wieder die Dummen sein

Wie schon gedacht, es kommt, wie es offenbar kommen muss:

Wäre auf dem Flughafen von Amsterdam, wo Abdulmutallab den Airbus nach Detroit bestieg, ein Bodyscanner zum Einsatz gekommen, hätte man den Sprengsatz am Bein des Terroristen entdeckt, meinen Experten.

Wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wäre – aber wenn es diesen Scanner gegeben hätte, dann hätte der Attentäter die „Bombe“ vielleicht eben anders versteckt.

Wie auch immer, das Ziel dieses ganzen Aktionismus und dieser Show, die meint Sicherheit zu bringen, ist schon lange klar:

Die britische Regierung will die umstrittenen Geräte denn auch «so schnell wie möglich» auf allen Flughäfen installieren, wie Innenminister Alan Johnson am Montag in einem Interview mit der BBC sagte.

Ja endlich ist etwas geschehen, um diese Geräte jetzt sofort einführen zu können. Wie lange werden wir eigentlich noch für dumm verkauft? Wie lange lassen wir uns eigentlich an der Nase herumführen? Die Naiven sagen jetzt natürlich schon wieder, ihnen wäre das egal, sie hätten ja nichts zu verstecken.

Diese und viele in Amerika und England scheinen immer wieder Benjamin Franklin zu vergessen:

Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen,
der wird am Ende beides verlieren.

Wer macht hier eigentlich Terror?

Nach dem neusten versuchten sogenannten Terroranschlag auf einen US-Airbus werden immer neue Ungereimtheiten veröffentlicht und es wird deutliche, dass nicht die vielen Sicherheitsvorkehrungen versagt haben, sondern schlicht ihre Umsetzung. Vielleicht hatte der „Attentäter“ sogar noch Komplizen – da nützen alle Vorkehrungen gegenüber Passagieren natürlich wenig.

Aber was machen die US-Behörden sofort, noch bevor die Vorgänge übehaupt analysiert wurden: Sie verhängen neune sogenannte Sicherheitsvorschriften für die Kontrolle der Passagieren, die teilweise mehr als absurd sind und die ganze Verlogenheit immer mehr sichtbar machen: Was z.B. hat das Abschalten des Unterhaltungssystems 1 Stunde vor der Landung mit Sicherheit zu tun? Sogar der Weltverband der Piloten hat den erneuten Aktionismus für mehr Sicherheit kritisiert. Langsam aber sicher wird es allen deutlich: Es geht schon lange nicht mehr um Sicherheit – aktuell geht es wohl vielmehr darum, den überall umstrittenten sogenannten Nacktscanner flächendeckend möglichst schnell einzuführen zu können – Genf und Zürich werden da wohl sehr bald – wieder einmal mehr – gehorsamst sofort kooperieren.